Power-Plattform für digitale Transformation
Mit dem Digital Hub SEA legt die TÜV NORD GROUP in Indonesien den Grundstein für eine neue digitale Arbeitsweise.
Südostasien dient als Pilotraum für eine Cloud-First-Plattform, die alle internationalen Einheiten der TÜV NORD GROUP vernetzen soll. Ziel ist es, Prozesse weltweit zu vereinheitlichen, Daten besser zu nutzen und Mitarbeitende durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) zu entlasten. Die Plattform eröffnet zudem neue Geschäftsfelder: datenbasierte Services, digitale Prüfmodelle, KI-gestützte Analysen.
„Der Digital Hub SEA macht uns schneller, effizienter und sicherer“, sagt Ringo Schmelzer, Chief Operating Officer (COO) der TÜV NORD GROUP. Künstliche Intelligenz treibt Innovationen voran, wichtig bleibt aber das Prinzip „Human in the Loop“: Der Mensch bleibt im Mittelpunkt. „KI soll unterstützen, aber nicht eigenständig entscheiden. Menschen bewerten weiterhin Empfehlungen und Ergebnisse“, betont Schmelzer. „Wir entwickeln die Plattform in einem agilen und regulatorisch geeigneten Umfeld, optimieren sie und rollen sie erst dann global aus.“
Indonesien wurde bewusst als Pilotraum gewählt: Südostasien zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt: mit über 680 Millionen Menschen, einer digitalen Wirtschaft, die einen Bruttowarenwert von mehr als 300 Milliarden US-Dollar erreicht, und Wachstumsraten von rund 4,5 %. Hohe Veränderungsgeschwindigkeit, digitale Offenheit und ein stark wachsender Markt machen die Region zum idealen Testfeld. „Was dort funktioniert, kann später als belastbare Blaupause für andere Länder und Gesellschaften dienen“, ist Schmelzer überzeugt. „Ziel ist eine Cloud-First-Plattform als Fundament für nachhaltigen Erfolg und die Zukunft unseres Geschäfts.“ Innerhalb von drei Jahren soll die Power-Plattform als globaler Standard in der TÜV NORD GROUP etabliert sein.
Was dort funktioniert, kann später als belastbare Blaupause für andere Länder und Gesellschaften dienen.
Für Mitarbeitende wird der Nutzen zuerst dort sichtbar, wo heute viel Zeit in Routinen fließt. „Wir steigern die persönliche Produktivität, indem KI Routinetätigkeiten übernimmt und Freiraum für neue Aufgaben schafft“, erklärt Schmelzer. Ein Beispiel ist Microsoft Copilot. Die KI-Anwendung fasst lange E-Mail-Verläufe zusammen, erstellt erste Textentwürfe oder analysiert Daten. Copilot kann aber auch während eines Teams-Meetings mehrsprachige Notizen erstellen und die wichtigsten Entscheidungen zusammenfassen, sodass alle Teilnehmenden auf dem gleichen Stand sind.
Das Entwicklungs-Team in Indonesien testet und optimiert die Power-Plattform.
Doch der Digital Hub SEA unterstützt weit mehr als nur die persönliche Produktivität: Mit Tools wie Power Apps, Copilot Studio und Foundry IQ sollen komplexe Geschäftsprozesse automatisiert werden. Daten aus mehreren Quellen werden zusammengeführt und intelligent aufbereitet, um sie für Analysen, KI-Modelle und Automatisierung zu nutzen. Damit entsteht eine intelligente Plattform, die Informationen in Wissen, Prognosen und konkrete Empfehlungen übersetzt.
Transparenz, Kontrolle und Sicherheit sind zentrale Voraussetzungen, um Vertrauen in KI-gestützte Prozesse aufzubauen.
Der Digital Hub SEA ist kein isoliertes IT-Projekt. „Unser Digital Hub ist ein Lernraum für die gesamte TÜV NORD GROUP“, sagt Schmelzer. Lösungen, die in Südostasien erfolgreich getestet werden, sollen später international genutzt werden. Gleichzeitig können gute Ideen aus anderen Regionen in die Plattform einfließen. Komplexere Themen wie KI-Integration in tiefgreifende Prozessabläufe folgen schrittweise. TÜV HELLAS, TÜV NORD Nederland und TÜV India sind bereits wichtige Treiber für die Integration von Azure, der Cloud-Plattform von Microsoft. Auf diese Weise entsteht eine globale, modulartig erweiterbare Architektur, die Innovationen im Konzern teilt und doppelte Aufwände vermeidet.
Auch für Führungskräfte und Projektverantwortliche entsteht dadurch ein spürbarer Mehrwert. Wenn Daten aus Finanzen, operativem Geschäft oder Projektmanagement besser verbunden sind, lassen sich Entwicklungen früher erkennen. KI kann Muster sichtbar machen, Auffälligkeiten markieren oder Empfehlungen vorbereiten. „Entscheidungen werden dadurch zwar nicht automatisch getroffen, können aber besser vorbereitet werden“, erklärt Schmelzer.
Gemeinsam arbeitet das indonesische Entwicklungs-Team an dem zukunftsweisenden Digitalisierungsprojekt.
Die Veränderungen betreffen uns alle. Nur im globalen Team können wir die Zukunft unseres Unternehmens erfolgreich gestalten.
Damit die neue digitale Arbeitsweise weltweit funktioniert, setzt die TÜV NORD GROUP auf eine hybride IT-Architektur, die Cloud-Lösungen und lokale Infrastruktur intelligent verbindet. Die Rechenleistung, die Skalierbarkeit und die KI-Funktionen liegen dort, wo sie besonders leistungsfähig bereitgestellt werden können: in der Cloud. Dort lassen sich Performance, Sicherheit und Verfügbarkeit auf internationalem Niveau abbilden. Gleichzeitig werden moderne Anforderungen an digitale Souveränität berücksichtigt. Sensible Daten und kritische Anwendungen werden gezielt geschützt und so verarbeitet, dass gesetzliche Vorgaben, regulatorische Anforderungen und Sicherheitsaspekte zuverlässig erfüllt werden. „Transparenz, Kontrolle und Sicherheit sind zentrale Voraussetzungen, um Vertrauen in KI-gestützte Prozesse aufzubauen“, betont Schmelzer. „Die Veränderungen betreffen uns alle. Nur im globalen Team können wir die Zukunft unseres Unternehmens erfolgreich gestalten.“